Inspiration, Living

„Hameln ist echt schön“: Im Gespräch mit einem Traveller

HSW-Absolvent und Travel Stories Gründer Philipp Brandt liebt Reisen.

Reisen erweitern den Horizont. Sie ermöglichen, neue Erfahrungen und Erinnerungen zu sammeln, die man in einem großen Sack wieder mit in die Heimat nimmt. Doch was macht man mit dem Inhalt? In einer privaten Diashow zum Besten geben? Am besten mit anderen teilen. Das hat sich HSW-Absolvent Philipp Brandt gedacht und daraus die Idee der Travel Stories Meetups entwickelt. Eine Erfolgsgeschichte, die er am 11. April nach Hameln bringt. Styles of Hameln hat mit dem 27-Jährigen vorab gesprochen.

HSW-Absolvent und Travel Stories Gründer Philipp Brandt zusammen mit ZediTA-Projektleiter Sebastian Reh im Innovation-Lab von ZeDiTA in der HSW.

HSW-Absolvent und Travel Stories Gründer Philipp Brandt zusammen mit ZediTA-Projektleiter Sebastian Reh im Innovation-Lab von ZeDiTA in der HSW.

Du bist begeisterter Reisender. Gibt es dafür einen Grund? Was fasziniert dich am Reisen?

Ich verbinde Reisen mit Erlebnissen und Erfahrungen. Diese macht man am ehesten, wenn man seine Komfortzone auch mal verlässt. Als ich für einen Schüleraustausch in den USA war, hatte ich ein Schlüsselerlebnis: Ich saß am ersten Tag am Tisch meiner Gastfamilie und war total gehemmt wegen der Sprache, aber andererseits neugierig auf das Land. Da kam mir der Gedanke, dass ich jetzt entweder drei Wochen meinen Mund halten und so weitaus weniger mitnehmen kann oder ich überwinde mich und rede einfach drauf los, ohne mir Gedanken über Fehler zu machen. Ich habe mich für Letzteres entschieden und der Knoten war geplatzt. Reisen sind auch dazu da, neue Erfahrungen mit anderen Kulturen und Situationen, aber auch mit sich selbst zu machen.

Durch deine Leidenschaft fürs Reisen bist du schon gut in der Welt rumgekommen. Welche drei Länder sind dir besonders in Erinnerung geblieben?

Für mein Master-Studium habe ich ein Auslandssemester in Mexiko gemacht. Der Tenor meines Umfelds bezüglich meiner Wahl war alles andere als positiv. „Willst du wirklich da hin? Das ist doch viel zu gefährlich!“ Da ich aber keinen Vorurteilen glaube, dachte ich: Jetzt erst recht. Ich habe es nicht bereut. Es war unfassbar geil dort. Leute, Land, Menschen – wunderbar. Ebenso beeindruckt war ich von Vietnam. Tolle Strände, Berge und trubelnde Städte. Meine persönliche Nummer eins  ist aber Jordanien. Im Gegensatz zu anderen Reisezielen, ist dieses Land von Touristen noch nicht so überlaufen. Die Menschen dort sind so unfassbar dankbar und herzlich. Ich wurde so häufig auf einen Tee eingeladen. Immer wieder wurde ich auch nach meiner Intention gefragt, warum ich nach Jordanien reise. Das offene Interesse an anderen Menschen ist dort sehr groß.


er ZediTA-Schriftzug im Innovation-Lab der HSW
Der ZediTA-Schriftzug im Innovation-Lab der HSW

Was sind die Travel Stories Meetups? Welcher Gedanke steckt dahinter?

Jeder kennt diesen Moment, wenn man von einer tollen Reise zurück in die Heimat kommt. Es ist wie eine harter Schnitt. Vorher war man noch berauscht von seinen Reiseerlebnissen und auf einmal ist man wieder in seinem Alltag. Was macht man mit seinen Geschichten und Erfahrungen? Sie in einem ellenlangen Diavortrag vor 1-2 Freunden abfrühstücken? Das muss doch anders gehen. Warum sie nicht mit einem interessierten Publikum teilen und so das Reisen mit nach Hause bringen. So entstand die Idee der Travel Stories Meetups.

Immer drei Referenten berichten dabei jeweils ca. 15 Minuten von ihren Reiseerfahrungen. Nach jedem Vortrag hat das Publikum die Möglichkeit, Fragen loszuwerden. Seit Juni 2018 finden sie einmal im Monat im Hafven in Hannover statt.


Warum denkst du, wollen sich Menschen über ihre Reisen austauschen bzw. Reiseerlebnisse anderer hören? Was ist der Reiz daran?

Menschen wollen sich austauschen und inspirieren lassen. Es ist immer wieder spannend zu hören, was andere erlebt haben und sich dadurch auch vielleicht seine eigene Meinung bilden zu können, ob dieses Reiseziel überhaupt für einen infrage kommt. Ein großer Pluspunkt der Travel Stories ist ihre begrenzte Zeit. So wird keiner überfordert oder gelangweilt. Außerdem ist so ein Live-Bericht greifbarer als eine Fernseh-Doku.


Am 11. April referierst du in der HSW für ZediTA über die Travel Stories. Wie genau hat man sich vorzustellen, wie die Veranstaltung abläuft?

Das Innovation Lab von ZediTA wird dem Reisethema entsprechend hergerichtet, sodass Besucher sich wohlfühlen. In einen trockenen Konferenzraum bekommt man das Feeling einfach nicht rein. Drei Referenten werden jeweils 15 Minuten über ihre Reisen nach Indonesien, Kolumbien und Bangkok berichten. Nach jedem Vortrag gibt es eine Pause, in der Fragen gestellt werden können. Alles ganz locker bei Getränken. Die Berichte sollen den Austausch untereinander fördern.

Auf deinen Reisen hast du quasi auch Station in Hameln gemacht, weil du hier studiert hast. Wie lange? Was?

Ich habe von 2010 bis 2013 ein Duales Studium in Betriebswirtschaft an der HSW gemacht.


Wie würdest du einem Reisenden, der plant, Hameln zu besuchen, die Stadt beschreiben?

Hameln ist nicht riesengroß, aber gemütlich und vielfältig – gerade kulturell. Es hat eine wirklich schöne Altstadt. Wer sich für alte deutsche Architektur interessiert, wird hier fündig. Besonders bemerkenswert ist die Flussnähe und die bergige Landschaft drumherum.

Mein erster Eindruck von Hameln war, dass es ziemlich klein und nichts Besonderes ist.

Philipp Brandt

Welche Orte sollte er hier besuchen?

Den Weihnachtsmarkt, die gesamte Weserpromenade und das bergige Umland.


Was war dein erster Eindruck von der Stadt?

2008 bin ich für ein Samy Deluxe Konzert in der Sumpfblume das erste Mal nach Hameln gekommen. Mein erster Eindruck war, dass es ziemlich klein und nichts Besonderes ist. Wenn man aber jemanden hat, der einem zeigt, wo die richtigen Ecken sind, dann ist Hameln echt schön.


Was verbindet in deinen Augen deinen aktuellen Wohnort Hannover von deinem ehem. Studienort Hameln?

Beide Städte haben ein gewisses Understatement.


Denkst du, dass die Travel Stories Meet ups auch etwas für kleinere Städte wie Hameln wären?

Auf alle Fälle. Überall, wo es Reisende gibt, ist so ein Event denkbar. Man muss es nur angehen.


Info: 11.04.2019 Travel Stories Meetup

18:30-20:30 in der HSW

kostenlos

Anmeldung und weitere Infos hier.