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Von Benching, Ghosting & Co.: Das sind die fiesesten Dating-Trends

Liebe in Zeiten des Internets: Für viele ein Segen – war es noch nie so leicht und unkompliziert mit jemandem in Kontakt zu treten. Das Anbandeln über Online-Portale und Apps wie Tinder und Lovoo kann aber auch einen faden Beigeschmack haben. Denn die Auswahl ist groß, die Oberflächlichkeit nimmt zu und Verbindlichkeiten können in den Hintergrund treten. Ebenso schnell wie man sich eben noch romantische Nachrichten geschickt hat, kann man auch kurze Zeit später ohne Erklärung wieder damit aufhören. Styles of Hameln gibt einen Überblick über die zur Zeit gängigsten Dating-Phänomene.

Ghosting

Vor ein paar Tagen habt ihr euch noch verliebte Nachrichten hin und her geschrieben und auf einmal: nichts. Funkstille. Du fragst dich, was los ist. Du wartest und hakst nach. Doch die Person scheint sich in Luft aufgelöst zu haben – wie ein Geist (engl. ghost). Sämtliche Versuche einer Kontaktaufnahme verlaufen ins Leere. Diese Methode wird ebenso in Freundschaften wie auch neuerdings auf dem Arbeitsmarkt angewandt. Hierbei drehen Bewerber den Spieß um und melden sich nach nach einer Einladung zum Vorstellungsgespräch trotz mehrmaligem Nachhaken des Arbeitgebers nicht mehr oder erscheinen wortlos erst gar nicht zum Gespräch.


Benching

Benching kommt vom englischen Wort bench, zu deutsch Bank. Führt man sich nun die Redewendung „etwas auf die lange Bank schieben“ vor Augen, also etwas meist aus Unwillen oder Bequemlichkeit nicht zeitnah erledigen, erklärt sich dieses Dating-Phänomen schon fast von alleine. Man möchte sich nicht gänzlich für die Person entscheiden und „parkt“ sie lieber. Wer weiß, wer noch Besseres kommt. Zwar gibt es vielleicht Nachrichten und Treffen, aber zu mehr kommt es nicht – während man also die Augen nach einem anderen, vielleicht besseren Date offen hält, wird der andere immer noch nicht ganz fallen gelassen: Es könnte ja sein, dass man doch nochmal auf denjenigen zurückkommen möchte.


Love Bombing

Jemandem seine Zuneigung zu zeigen, daran ist nichts Verkehrtes. Beim Love Bombing erreicht diese Liebesbekundung jedoch ein neues Extrem. Die angebetete Person wird quasi mit Liebe „bombardiert“, aber nur, wenn man sie so verhält, wie der andere es wünscht. Ist das nicht der Fall hagelt es plötzlich Vorwürfe. Man wird als Egoist(in) abgestempelt, mit Rückzug oder gar Beschimpfungen bestraft. Solange, bis man sich wieder so verhält, wie sich der andere das wünscht oder man selbst die Reißleine zieht. Psychologen nennen dies den Versuch emotionaler Manipulation. Der Love Bomber „erzieht“ sein Gegenüber so zu einem fügsamen, willenlosen Partner.


Mosting

 

Hier werden „Ghosting“ und „Love Bombing“ miteinander verbunden.  Ihr findet euch nett, schreibt euch regelmäßig und baut so langsam eine Beziehung zueinander auf. Es kommt zum Treffen, dem ersten Sex und du wirst mit Liebe überschüttet – doch plötzlich und ohne Vorwarnung wird der Kontakt abgebrochen und sich nie wieder beim anderen gemeldet. Anrufe und Nachrichten werden ignoriert, Verabredungen ohne Weiteres abgesagt oder nicht wahrgenommen. Der „Moster“ ist ein guter Schauspieler. Er gaukelt vor, als würde es ihm nicht nur um Sex gehen, sondern echte Gefühle im Spiel wären. Das „Mosting“-Opfer bleibt am Ende verwirrt, zurückgewiesen und im Härtefall mit anhaltendem Liebeskummer zurück.


Cushioning

Der Begriff „Cushioning“ stammt aus dem englischen und leitet sich von dem Wort cushion für Kissen ab. Denn genau darum geht es: Du bist meist nur eines der vielen „Kissen“ deines Dates – neben dir hat er nämlich noch weitere unverbindliche Dates laufen. Ein „Cushioner“ lässt sich niemals ganz auf eine Person ein, man ist eine(r) unter vielen.