Living

Liebes Tagebuch: Von Internet-Trends, kleinen Freuden und mittelschweren Enttäuschungen

An jedem Tag in unserem Leben passiert etwas. Punkt und keine Widerrede, denn es spielt keine Rolle, ob das, was passiert  von großer Bedeutung oder schlichtweg das Stolpern über die eigenen Füße beim Spaziergehen ist. Irgendwas ist immer los. Besonders in unserem Kopf. Der rattert den ganzen Tag und mitunter auch die ganze Nacht. Um von all diesen Gedanken nicht erdrückt zu werden, hilft erwiesenermaßen sie zu Papier zu bringen. Und genau das tue ich in unregelmäßigen Abständen privat, aber auch für Styles of Hameln, denn der Alltag in Hameln hält täglich kleine Überraschungen bereit. Was in den letzten acht Wochen so los war, lest ihr hier.

Mission „How to be a real Hamelner“

“Was?! Du warst noch nie …?!“ Damit ich diesen Schmäh-Ausruf nicht wieder hören muss, habe ich mir vorgenommen, all das, was ein „echter Hamelner“  mal getan haben muss, abzuarbeiten. Ich war schon auf dem Klüt, habe eine „Gefüllte“ von Andria auf dem Hammelstein gegessen, bin auf der Weser rumgeschippert, habe über das Kopfsteinpflaster geflucht  – ja, das war’s eigentlich schon. Denn eine höhere Macht oder besser gesagt Öffnungs- /Führungszeiten (die mir vorher nicht bekannt waren) verhindern, dass ich endlich den Turm der Marktkirche und den des Münsters erklimme. Hochmotiviert bin ich zu den beiden Attraktionen hin gestiefelt, nur um dann vergeblich an den Türen zu rütteln. Aber ich gebe nicht auf. Im März soll die Marktkirche wieder regulär öffnen und eine Führung im Münster dürfte auch machbar sein. Ich bin jedenfalls bereit.


#10yearchallenge

Ein Social-Media-Trend im Januar: Leute posten zehn Jahre alte Fotos von sich neben aktuellen. Das Ganze nennt sich „10-year-challenge“. Im Großen und Ganzen eine Selbstbeweihräucherung, wie sehr man sich zum Positiven verändert oder gut gehalten hat. Als ich in meinem Archiv gestöbert habe und dabei Fotos aus meiner Studienzeit fand, beschlich mich eher das irritierende und leicht nostalgische Gefühl, dass das unmöglich schon verdammte ZEHN Jahre her sein kann. Also vielleicht fünf, aber nie im Leben zehn. Was soll man machen?! Am besten kurz seufzen und dann den Umstand anerkennen. Gibt Schlimmeres.


Für die Ewigkeit

Von meinem Bruder habe ich zu Weihnachten eine Sofortbild-Kamera geschenkt bekommen – wohlwissend meiner Freude daran, Augenblicke bildlich für die Ewigkeit festzuhalten. Und das klappt mit einem „echten“, ausgedruckten Foto natürlich noch viel besser. Also streife ich jetzt durch Hameln und überlege mir vorher mindestens drei Mal, ob diese Sache es wirklich wert ist, fotografiert zu werden. Denn jedes Foto kostet laut meinem Bruder knapp einen Euro. „Sei sparsam!“, hat er gesagt. Bin ich nun.


Geduldsprobe

Es war einmal an einem Novembertag 2017. Da saßen bei der Dewezet zwei Online-Redakteure (m/w) und eine Volontärin (damals noch ich) zusammen und überlegten, was man denn noch alles in der „kalten Jahreszeit“ Schönes anstellen könnte. Der Redakteur warf auf einmal die Stichwörter „Feuerzangenbowle“, „selbstgemacht“, „bei mir zu Hause“, „bald“ ein. Die Redakteurin  und Volontärin freuten sich und alle drei gaben sich die Hand. Der November und  Dezember  2017 verstrichen. Keine Bowle. 2018 fing an.  Es wurde allmählich wärmer. Der Redakteur kaufte sich ein Haus. Keine  Zeit mehr  für Bowle. 2018 war vorbei. Immer noch keine Bowle. Als die beiden Frauen  des Nachfragens schon müde wurden,  fiel auf einmal im Januar 2019 unerwartet beim Schlangestehen in einem Hamelner „Fisch-Restaurant“ der Satz: „Ich habe die Feuerzangenbowle nicht vergessen!“. Strahlende Gesichter. Jetzt steht er endlich – unser Termin! Was lange währt, wird endlich gut.