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So schmeckt’s im Safran in Hameln

Styles of Hamelns kulinarische Reise durch Hameln geht weiter. Diesmal haben wir Halt im Restaurant Safran in der Bahnhofstraße gemacht. Hier bietet die aus Afghanistan stammende Familie Hussaini Gerichte aus ihrer Heimat sowie persische als auch indische Spezialitäten an. Wie es uns geschmeckt hat, lest ihr in unserem Restaurant-Check.

 

Wer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen ist, der ist im Restaurant Safran in Hamelns Bahnhofstraße genau richtig. Dort ist der Geschmack des Mittleren Ostens in der Rattenfängerstadt angekommen.

Neben dem Laden an der Bahnhofsstraße gibt es auch einen Lieferservice. Wir suchen uns einen netten Platz im Restaurant. Zwei tiefe runde Tische laden dazu ein, es sich auf dem Teppich bequem zu machen, die Schuhe aus, ein großes Kissen stützt den Rücken. Wir fläzen uns gemütlich hin. Der Rest der Sitzgelegenheit besteht aus normalen Tischen und Stühlen. Dass in den Räumen des Safran zuvor ein American Diner war, ist noch deutlich zu erkennen. Ein bisschen prallen hier die Kulturen der Welt aufeinander, ganz stimmig ist das Ambiente nicht: Diner-Leuchten an der Decke, Plastikblumen auf dem Tisch, dazu Figuren aus der Antike als aufgesetzter Wandschmuck. Umso herzlicher ist allerdings der Service von Ajmal Hussaini, dem Betreiber des Safran.

Auf der Suche nach dem nächsten kulinarischen Kick: Franziska und Maike

Wir sind gespannt, was die Küche des Restaurants zu bieten hat und testen uns einmal quer durch die Karte.

Unser erstes Experiment nennt sich Dugh und ist ein persischer Joghurtdrink mit Minze und Gurke. Das 0,2 Liter Glas kostet 2 Euro und erinnert uns an flüssiges Zaziki – würzig, interessant, erfrischend. Als Vorspeise bestellen wir die absolut besten gebratenen Auberginen, die wir je gegessen haben – unsere Empfehlung für jeden Safran-Besucher! Das Gericht nennt sich Borani, kostet 5,50 Euro und ist schnell verputzt. Außerdem probieren wir noch Bolani. Hier bekommen wir für 5 Euro zwei große Teigtaschen, gefüllt mit Kartoffeln und dazu Quark. Die Teigtaschen sehen zwar eher wie zwei Pfannkuchen aus, geschmacklich erinnern sie aber eher nicht daran. Sie sind würzig, in Fett ausgebraten und recht lecker. Nur mit dem mitservierten Quark wirken sie schnell fade, aber egal, schmeckt auch ohne. Die gelungenen Vorspeisen lassen uns auf ebenso gute Hauptgerichte hoffen.

Fans von Lammfleisch werden hier jubeln, andere eher weniger. Es gibt viel auf der Karte mit Lamm, einiges mit Hühnchen, aber nichts im Hauptspeisenbereich ohne Fleisch. Betreiber und Kellner Ajmal Hussaini bietet uns auf Nachfrage an, aus den Vorspeisen ein fleischloses Hauptgericht zusammenzubasteln. Wir lehnen dankend ab und halten uns an die Karte. Das afghanische „Qabeli Palaw mit Hähnchenkeule“ für 9,90 Euro schmeckt uns am besten. Der Hühnerschenkel schlummert unter einer Decke aus Basmatireis und Rosinen – tolle Kombi. Als bekennende Soßen-Fans fehlt uns persönlich hier allerdings was zum Dippen für das Fleisch. Beim persischen Gheimeh-Pollo (für 12,50 Euro) und dem indischen Lamb Bhuna Masala (ebenfalls 12,50 Euro) gibt es genug Soße dazu. Die zwei Teller sind sich optisch sehr ähnlich, geschmacklich dominiert allerdings das Lamm im persischen Gheimeh-Pollo mit einem strengeren Geschmack als im indischen Bhuna Masala, in dem man das Lammfleisch kaum herausschmeckt. Scharf ist das indische Essen in unserem Test nicht.

Borani

Positiv bei allen drei Gerichten: Das Fleisch ist super zart und zerfällt gefühlt schon beim Angucken, das Essen kommt heiß und scheinbar frisch gemacht aus der Küche, jedes Gericht ist geschmacklich eine neue Überraschung für uns.

Und auch bei der Nachspeise wird das Essen im Safran nicht langweilig, wir bestellen das hausgemachte Safraneis auf Empfehlung des Chefs. Für 4,50 Euro bekommen wir drei gelbe Eiskugeln mit Pistazienstücken und Sahne. Es schmeckt gut und wie schon bei den Gerichten zuvor ohne uns an etwas Bekanntes zu erinnern.

Wir zwei Mädels verputzen mühelos zwei Vorspeisen, drei Hauptgerichte und ein Dessert und legen dafür samt Getränken etwas über 56 Euro auf den Tisch. Am Ende sind wir pappsatt und um einige kulinarische Erfahrungen reicher. Allein von den Hauptspeisen wären wir allerdings wohl nicht satt geworden, die Portionsgrößen fanden wir recht überschaubar. In unserem Test machte uns das aber nichts aus, denn auf die leckeren Vorspeisen hätten wir wirklich nur ungern verzichtet und auch das Eis ist eine Erfahrung Wert.

 

 

Infos: Das Restaurant Safran ist im oberen Teil der Bahnhofstraße nahe des Bahnhofs gelegen, Bahnhofstraße 35. Geöffnet ist montags bis samstags von 11 bis 23 Uhr und sonntags von 12 bis 22 Uhr. Hunde sind laut Schild am Eingang nicht erlaubt.

Wer mehr über Betreiber Ajmal Hussaini und die Entstehungsgeschichte des Safran erfahren möchte, schaut hier nach: https://www.dewezet.de/region/hameln_artikel,-afghanisches-essen-im-american-diner-_arid,2369537.html